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Dienstag, 17. November 2009
Aktuell: Bedeckt Temperatur: 2°C Wind: NW mit 21 km/h Feuchtigkeit: 87 %
theabk, 09:45h
jetzt bin ich wieder erkältet. der winter kommt doch, oder ist schon da, ganz genau weiß man das hier nicht. es hat jetzt zwei tage durchgeregnet. gestern hab ich den ganzen tag klatschnass in der eiskalten company gesessen und hab nicht wirklich was zu tun gehabt. heute hat tatsächlich jemand die klimaanlage mal auf „heizen“ gestellt. doch, wirklich.
nun ist es immerhin ein bischen wärmer als die 3 grad draußen. eigentlich sollte es auch schneien, aber stattdessen haben wir nieselregen. außerdem ist es sowieso ganz schön feucht hier. die klamotten trocknen nach dem waschen eigentlich nicht und überall ist nebel oder diesiges wetter. das macht das ganze noch kälter.
vor einer woche bin ich von lehong zum grand laser strike assoziation eingeladen worden. im prinzip paintball bloß mit laserwaffen. das ganze ging samstagsmorgens um 8 von der tongji uni los und meine erste überraschung war, dass nicht meine company mit im bus saß, sondern irgendeine andere. ich dachte eigentlich, dass das wieder eine wochenendveranstaltung mit meinen leuten wäre. stattdessen saß ich dann mit 30 fremden chinesen in einem kleinen bus, der uns 2 stunden südlich ans meer brachte.
das spiel hat draußen stattgefunden (damals wars noch warm) und alle wurden in militäruniformen und ausrüstung gesteckt. eine ziemlich absurde sache, ich kam mir äußerst merkwürdig vor, mit lauter militanten chinesen im dschungel, ein bischen wie in einem amerikanischen vietnamfilm... ein lustiger anblick waren auch die mädchen die dann lächelnd in uniform mit dem gewehr vor einem standen. military service haben die andren auch nicht gemacht. china hat keine wehrpflicht.
nach einer unverständlichen instruktion, dem einteilen in zwei teams, dem ganzen einkleiden und ein bischen wandern durchs gelände gings dann los.
nach etwa 4 stunden unterschiedlicher wettkämpfe (ich hab das ganze mal von der sportlichen seite aufgenommen, wie die andren übrigens auch) sind alle in ein seafoodrestaurant gegangen. danach gings kurz zum strand: ins wasser mündender beton und alte freizeitparkanlagen.
äußerst lustiger weise war damit der tag noch nicht erledigt. wir wurden auf eine wiese geführt und haben unter anleitung diverse spiele zur teamförderung gespielt. ich hab kein wort verstanden und das ganze war für mich ein irrwitziges chaos. beispiel: alle stellen sich in zwei reihen auf, sone art spalier. dann fassen sich alle an den händen, gehen so lange rückwärts, bis man schön in einem großen kreis steht, dann gehts nach links. plötzlich lässt man die hände los, dreht sich in laufrichtung und rennt im kreis. schnelleres tempo. langsamer. schneller. und dann auf befehl gruppen bilden: jungs und mädchen haben jeweils unterschiedliche wertigkeiten, mädchen 10 jungs 5. also kommt man schon ins grübeln, wenn der typ 55 ruft. und das ganze auf chinesisch. naja, mit diversen solcher sachen haben wir den nachmittag verbracht.
am ende gabs noch eine urkundenverleihung: der beste teamführer, der, der am meisten „erschossen“ hat, der schnellste schütze und so weiter. ich hab die auszeichnung als der beste ausländer bekommen. :)
die letzte woche über hab ich an einem mp4-player gearbeiten. wieder wie vorher: maße etc bekomme ich gesagt und drei verschiedene hüllen müssen her. war okay und ging nur eine woche, von daher ein bischen abwechslung nach der ganzen sojamilch.
das leben in der wg ist gut, und abends und an den wochenenden treff ich immer nen paar leute zum essen und weggehen. zum schutz vorm regen haben wir neulich eine kleine dartbar ausfindig gemacht. den kicker such ich immer noch.
samstag war ich endlich beim schneider. ich hab mir drei hemden bestellt und bin nun gespannt, ob die wie angegossen passen, wenn ich nächsten samstag wieder hin gehe. außerdem brauche ich noch warme sachen zum anziehen. man kommt doch nicht wirklich zu was. wenn man morgens aufsteht und einen riesen plan für den tag hat, dann ist am abend immer noch ganz schön viel davon übrig. leider. und die monstermuseen auf meiner liste sind auch alle noch nicht abgehakt.
am sonntag war obama hier. wusste ich vorher nicht, aber alex und ich waren in der nanjing dong lu (teure touristeneinkaufstraße) um auf dem schwarzmarkt einen i-pod für ihn und für mich eine tasche fürn sport zu kaufen. normaler weise wird man alle 10 meter von jemandem angesprochen: „watch, bag, mp3, have a look! girls? very cheap! sexy massage? hashish? what do you want?“ wir gingen jedoch mutterseelenalleine durch die fußgängerzone und habens mal auf den regen geschoben, dass heute keiner „arbeitet“. nachdem wir sushi gegesen haben, hat uns doch noch einer angesprochen und wir sind mit dem chinesen erst eine ganze weile weit weg gelaufen, weil die kleinen shops mit hintertüren alle geschlossen haben. zu viel polizei: „obama, you know? obama, too much police!“ der kerl telefoniert rum und irgendwann sind wir doch bei einem shop, der gefakte ipods in lausiger qualität verkauft. alexander is nicht begeistert und wir gehen wieder zurück, der chinese kennt noch andre shops und wir gehen abenteuerlich durch diverse hinterhöfe, stockdunkle gänge und wohnungen zu andren illegalen shops. einen ipod finden wir nichtmehr heute, dafür kaufe ich eine billige tasche.
so. jetzt mach ich mich wieder ans usb-stick designen. grüße
nun ist es immerhin ein bischen wärmer als die 3 grad draußen. eigentlich sollte es auch schneien, aber stattdessen haben wir nieselregen. außerdem ist es sowieso ganz schön feucht hier. die klamotten trocknen nach dem waschen eigentlich nicht und überall ist nebel oder diesiges wetter. das macht das ganze noch kälter.
vor einer woche bin ich von lehong zum grand laser strike assoziation eingeladen worden. im prinzip paintball bloß mit laserwaffen. das ganze ging samstagsmorgens um 8 von der tongji uni los und meine erste überraschung war, dass nicht meine company mit im bus saß, sondern irgendeine andere. ich dachte eigentlich, dass das wieder eine wochenendveranstaltung mit meinen leuten wäre. stattdessen saß ich dann mit 30 fremden chinesen in einem kleinen bus, der uns 2 stunden südlich ans meer brachte.
das spiel hat draußen stattgefunden (damals wars noch warm) und alle wurden in militäruniformen und ausrüstung gesteckt. eine ziemlich absurde sache, ich kam mir äußerst merkwürdig vor, mit lauter militanten chinesen im dschungel, ein bischen wie in einem amerikanischen vietnamfilm... ein lustiger anblick waren auch die mädchen die dann lächelnd in uniform mit dem gewehr vor einem standen. military service haben die andren auch nicht gemacht. china hat keine wehrpflicht.
nach einer unverständlichen instruktion, dem einteilen in zwei teams, dem ganzen einkleiden und ein bischen wandern durchs gelände gings dann los.
nach etwa 4 stunden unterschiedlicher wettkämpfe (ich hab das ganze mal von der sportlichen seite aufgenommen, wie die andren übrigens auch) sind alle in ein seafoodrestaurant gegangen. danach gings kurz zum strand: ins wasser mündender beton und alte freizeitparkanlagen.
äußerst lustiger weise war damit der tag noch nicht erledigt. wir wurden auf eine wiese geführt und haben unter anleitung diverse spiele zur teamförderung gespielt. ich hab kein wort verstanden und das ganze war für mich ein irrwitziges chaos. beispiel: alle stellen sich in zwei reihen auf, sone art spalier. dann fassen sich alle an den händen, gehen so lange rückwärts, bis man schön in einem großen kreis steht, dann gehts nach links. plötzlich lässt man die hände los, dreht sich in laufrichtung und rennt im kreis. schnelleres tempo. langsamer. schneller. und dann auf befehl gruppen bilden: jungs und mädchen haben jeweils unterschiedliche wertigkeiten, mädchen 10 jungs 5. also kommt man schon ins grübeln, wenn der typ 55 ruft. und das ganze auf chinesisch. naja, mit diversen solcher sachen haben wir den nachmittag verbracht.
am ende gabs noch eine urkundenverleihung: der beste teamführer, der, der am meisten „erschossen“ hat, der schnellste schütze und so weiter. ich hab die auszeichnung als der beste ausländer bekommen. :)
die letzte woche über hab ich an einem mp4-player gearbeiten. wieder wie vorher: maße etc bekomme ich gesagt und drei verschiedene hüllen müssen her. war okay und ging nur eine woche, von daher ein bischen abwechslung nach der ganzen sojamilch.
das leben in der wg ist gut, und abends und an den wochenenden treff ich immer nen paar leute zum essen und weggehen. zum schutz vorm regen haben wir neulich eine kleine dartbar ausfindig gemacht. den kicker such ich immer noch.
samstag war ich endlich beim schneider. ich hab mir drei hemden bestellt und bin nun gespannt, ob die wie angegossen passen, wenn ich nächsten samstag wieder hin gehe. außerdem brauche ich noch warme sachen zum anziehen. man kommt doch nicht wirklich zu was. wenn man morgens aufsteht und einen riesen plan für den tag hat, dann ist am abend immer noch ganz schön viel davon übrig. leider. und die monstermuseen auf meiner liste sind auch alle noch nicht abgehakt.
am sonntag war obama hier. wusste ich vorher nicht, aber alex und ich waren in der nanjing dong lu (teure touristeneinkaufstraße) um auf dem schwarzmarkt einen i-pod für ihn und für mich eine tasche fürn sport zu kaufen. normaler weise wird man alle 10 meter von jemandem angesprochen: „watch, bag, mp3, have a look! girls? very cheap! sexy massage? hashish? what do you want?“ wir gingen jedoch mutterseelenalleine durch die fußgängerzone und habens mal auf den regen geschoben, dass heute keiner „arbeitet“. nachdem wir sushi gegesen haben, hat uns doch noch einer angesprochen und wir sind mit dem chinesen erst eine ganze weile weit weg gelaufen, weil die kleinen shops mit hintertüren alle geschlossen haben. zu viel polizei: „obama, you know? obama, too much police!“ der kerl telefoniert rum und irgendwann sind wir doch bei einem shop, der gefakte ipods in lausiger qualität verkauft. alexander is nicht begeistert und wir gehen wieder zurück, der chinese kennt noch andre shops und wir gehen abenteuerlich durch diverse hinterhöfe, stockdunkle gänge und wohnungen zu andren illegalen shops. einen ipod finden wir nichtmehr heute, dafür kaufe ich eine billige tasche.
so. jetzt mach ich mich wieder ans usb-stick designen. grüße
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Montag, 9. November 2009
mal wieder bilder
theabk, 14:53h
altes ei
grundschule bei der morgengymnastik direkt nach dem fahnenapell. dazu grausige musik aus scheppernden lautsprechern. in baoshan.
zwischen jin mao tower und sfwc tower
blick vom skywalk des sfwc auf den dann doch recht klein wirkenden jin mao
meine alte einfahrt zu dem compound, der meinen compund umschließt. in baoshan
meine alte compound-einfahrt
meine alte haustür

mein neuer compound
meine neue haustür
das neue leben ist nicht mehr so ganz chinesisch. mein hochhauscompund könnte auch in barcelona, paris oder sonst wo stehen, dafür ist die lage um einiges besser...
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Mittwoch, 4. November 2009
4.november2009
theabk, 06:52h
sooo..
das mit dem internetz in der wg hab ich noch nicht hinbekommen, aber ich arbeite dran...
in der company gibt es viel zu tun und weil ich nicht annährend die illustrator- und zeichen-skills hab, die teilweise nötig sind, dauern manche sachen länger, als mir lieb ist. letzte woche hab ich eigentlich nur an illustrator gesessen und hab verschiedene sojamaker gezeichnet und gerendert. die linienführung muss wie bei einer technischen zeichnung in millimetern genau angegeben werden, weil daraus dann der 3d-mensch die daten für sein modell übernimmt. radien etc müssen deshalb auch in einer neuen ebene in ganzen kreisen angelegt werden; solche schönen einzelheiten, die man erst nach zwei tagen gesagt bekommt. das kommunikationsproblem ist dann manchmal doch recht frustrierend. außerdem trauen sich manche nicht recht mit mir zu sprechen, weil sie ihre englisch-kenntnisse nicht für ausreichend halten. den ganzen tag nur am computer zu sitzen macht auch nicht wirklich spaß. und ich vermisse den kicker... aber abgesehen davon gehts mir prima... das arbeitsklima ist sehr gut und die kollegen und kolleginnen sind nach wie vor nett.
ich hab mich nun schon ganz gut eingelebt und an so manches gewöhnt. die tischsitten verfallen doch, als ich neulich zu einem sandwich messer und gabel bekommen hab, kam mir das salat essen mit gabel äußerst komisch vor. und über die schüssel beugen um nicht zu kleckern ist im prinzip auch sehr vernünftig und große sachen klein zu schneiden, statt einfach ab zu beißen, kommt mir langsam übertrieben vor.
inzwischen hab ich einen vernünftigen aikidoclub gefunden, der allerdings einen anderen stil praktiziert, aber weil dort viele japaner und internationale aikidoka trainieren, ist das ganze sehr interessant und das übungsniveau sehr hoch. der weg dorthin dauert von der company fast 2 stunden und mit dem taxi von dort nach hause etwa eine viertel stunde, je nach fahrer oder verkehr.
meine neue wg ist sehr nett und im gegensatz zu meiner alten wohnung auch schon wohnlich ausgestattet. den allgegenwärtigen staub bekommt jedoch die putzfrau nicht wirklich weg und mein neues bett quietscht bei jeder bewegung (und es ist zu kurz!!!), aber weil jetzt keine autobahn mehr vorm schlafzimmerfenster ist, kann man wenigstens dieses nachts aufmachen.
apropos fenster aufmachen: wir hatten hier innerhalb eines tages ein temperaturgefälle von 20 grad. gestern morgen warens nur noch 7 grad und heftiger wind. am tag vorher hab ich abends noch im t-shirt und kurzer hose draußen gesessen. am nächsten wochenende sollen wieder 26 grad werden. diese kälte gerade macht mir ein bischen angst vorm winter, weil ich jetzt zwei tage auf der arbeit permanent gefroren hab: es wird nämlich wirklich nicht geheizt und mein glastisch in der firma ist so saukalt, dass man am liebsten nicht den arm drauf ablegt... das macht aber das zeichnen und arbeiten am computer relativ schwierig.
am samstag war herr zimmer hier in shanghai und wir hatten einen netten nachmittag mit jamy und noch zwei anderen mädchen. neben durch die stadtfahren und essen gehen waren wir auch auf dem shanghai world finanzial tower. weil es sehr diesig war, konnte man das ausmaß der stadt nicht ganz erblicken, aber die sicht von dem fast 500 meter hohen skywalk ist trotzdem umwerfend.
jetzt sitze ich nach dem sport in einer sehr netten kleinen sofabar gegenüber von meiner wg und trinke mein erstes weizen seit geraumer zeit: ein dunkles erdinger für 4,5 euro... leider ist die bar nicht ganz günstig, aber wegen der leckeren sandwiches und der bestechenden nähe zur wohnung werd ich mich öfter mal dort niederlassen.
mein neues viertel (mal zur info: in meinem alten viertel baoshan haben 750 000 menschen gewohnt, kein ahnung, wie viele das jetzt in changning sind), ist sehr nett. direkt neben der französischen konzession, dem teuersten und sehr gemütlichen viertel hier, ist die lage ganz gut, auf den straßen sind viele leute unterwegs und es gibt viele kleine restaurants und läden. nachts grillen die händler auf dem gehweg diverse sachen und es herrscht recht heiteres leben. weil es aber auch eine menge ausländer hier gibt, ist das preisniveau auch etwa 3 bis 4 mal so hoch wie in meinem alten viertel.
bis freitag muss eine sojasache fertig sein, sodass ich relativ viel zu tun hab. um zum sport zu gehen muss ich um 5 statt um halb 7 von der arbeit los. weil es aber so viel zu tun gibt, muss ich die anderthalb stunden, die ich früher gehe vorne dran hängen und hab so heute um 8 angefangen. um die zeit ist noch keiner in der company und um um 8 da zu sein muss ich um 6 auf stehen. wenn ich mal designer bin, wirds auf jeden fall fließendere arbeitszeiten geben. oder ein dojo in der nähe. oder halt den arbeitsplatz nicht am ende der welt. naja. es ist halt eine große stadt hier.
sonst stehe ich um 8 auf und bin um 8 wieder zu hause. bekackt. aber um so mehr freut man sich eben übers wochenende. wenigstens kann man hier in der gegend abends noch etwas machen und ein bischen europäische gesellschaft tut mir auch sehr gut. loki, ist in der alten wohnung in mein zimmer umgezogen und hat mir stolz seine einrichtung gezeigt. heute morgen hat er eine winzige katze (bestimmt erst ein paar tage alt) auf dem weg in zur arbeit gefunden und mitgenommen. die katze wohnt jetzt in der company. komische chinesen. ich hab schon überlegt, ob ich mir ein paar schildkröten an den ständen auf der straße kaufen soll, aber ich weiß überhaupt nicht, wie man sich um die kümmert und die chinesen wissen bestimmt auch eher, wie man die kocht.
es soll hier auch ein restaurant geben, wo man sich lebendige krokodile zum essen aussuchen kann. und ein schlangenrestaurant steht auch noch auf dem plan. mittags ess ich jetzt immer für 10 rmb (1 euro) in einem restaurant, wo man sich dann 5 verschiedene dinge wie zum beispiel unterschiedliche tofu, viel verschiedene gemüse, diversen fisch, suspektes fleisch und sonderbare sachen aussuchen kann. dazu gibts viel reis und eine suppe. generell ist das essen hier ganz schön fettig. aber nicht im sinne fettig wie man es bei uns verstehen würde, sondern eher ölig.
weitere impressionen folgen dann wieder als bilder. von der neuen wg schick ich dann nach dem nächsten wochenende bilder, weil ich dann das ganze mal bei licht fotographieren kann.
das mit dem internetz in der wg hab ich noch nicht hinbekommen, aber ich arbeite dran...
in der company gibt es viel zu tun und weil ich nicht annährend die illustrator- und zeichen-skills hab, die teilweise nötig sind, dauern manche sachen länger, als mir lieb ist. letzte woche hab ich eigentlich nur an illustrator gesessen und hab verschiedene sojamaker gezeichnet und gerendert. die linienführung muss wie bei einer technischen zeichnung in millimetern genau angegeben werden, weil daraus dann der 3d-mensch die daten für sein modell übernimmt. radien etc müssen deshalb auch in einer neuen ebene in ganzen kreisen angelegt werden; solche schönen einzelheiten, die man erst nach zwei tagen gesagt bekommt. das kommunikationsproblem ist dann manchmal doch recht frustrierend. außerdem trauen sich manche nicht recht mit mir zu sprechen, weil sie ihre englisch-kenntnisse nicht für ausreichend halten. den ganzen tag nur am computer zu sitzen macht auch nicht wirklich spaß. und ich vermisse den kicker... aber abgesehen davon gehts mir prima... das arbeitsklima ist sehr gut und die kollegen und kolleginnen sind nach wie vor nett.
ich hab mich nun schon ganz gut eingelebt und an so manches gewöhnt. die tischsitten verfallen doch, als ich neulich zu einem sandwich messer und gabel bekommen hab, kam mir das salat essen mit gabel äußerst komisch vor. und über die schüssel beugen um nicht zu kleckern ist im prinzip auch sehr vernünftig und große sachen klein zu schneiden, statt einfach ab zu beißen, kommt mir langsam übertrieben vor.
inzwischen hab ich einen vernünftigen aikidoclub gefunden, der allerdings einen anderen stil praktiziert, aber weil dort viele japaner und internationale aikidoka trainieren, ist das ganze sehr interessant und das übungsniveau sehr hoch. der weg dorthin dauert von der company fast 2 stunden und mit dem taxi von dort nach hause etwa eine viertel stunde, je nach fahrer oder verkehr.
meine neue wg ist sehr nett und im gegensatz zu meiner alten wohnung auch schon wohnlich ausgestattet. den allgegenwärtigen staub bekommt jedoch die putzfrau nicht wirklich weg und mein neues bett quietscht bei jeder bewegung (und es ist zu kurz!!!), aber weil jetzt keine autobahn mehr vorm schlafzimmerfenster ist, kann man wenigstens dieses nachts aufmachen.
apropos fenster aufmachen: wir hatten hier innerhalb eines tages ein temperaturgefälle von 20 grad. gestern morgen warens nur noch 7 grad und heftiger wind. am tag vorher hab ich abends noch im t-shirt und kurzer hose draußen gesessen. am nächsten wochenende sollen wieder 26 grad werden. diese kälte gerade macht mir ein bischen angst vorm winter, weil ich jetzt zwei tage auf der arbeit permanent gefroren hab: es wird nämlich wirklich nicht geheizt und mein glastisch in der firma ist so saukalt, dass man am liebsten nicht den arm drauf ablegt... das macht aber das zeichnen und arbeiten am computer relativ schwierig.
am samstag war herr zimmer hier in shanghai und wir hatten einen netten nachmittag mit jamy und noch zwei anderen mädchen. neben durch die stadtfahren und essen gehen waren wir auch auf dem shanghai world finanzial tower. weil es sehr diesig war, konnte man das ausmaß der stadt nicht ganz erblicken, aber die sicht von dem fast 500 meter hohen skywalk ist trotzdem umwerfend.
jetzt sitze ich nach dem sport in einer sehr netten kleinen sofabar gegenüber von meiner wg und trinke mein erstes weizen seit geraumer zeit: ein dunkles erdinger für 4,5 euro... leider ist die bar nicht ganz günstig, aber wegen der leckeren sandwiches und der bestechenden nähe zur wohnung werd ich mich öfter mal dort niederlassen.
mein neues viertel (mal zur info: in meinem alten viertel baoshan haben 750 000 menschen gewohnt, kein ahnung, wie viele das jetzt in changning sind), ist sehr nett. direkt neben der französischen konzession, dem teuersten und sehr gemütlichen viertel hier, ist die lage ganz gut, auf den straßen sind viele leute unterwegs und es gibt viele kleine restaurants und läden. nachts grillen die händler auf dem gehweg diverse sachen und es herrscht recht heiteres leben. weil es aber auch eine menge ausländer hier gibt, ist das preisniveau auch etwa 3 bis 4 mal so hoch wie in meinem alten viertel.
bis freitag muss eine sojasache fertig sein, sodass ich relativ viel zu tun hab. um zum sport zu gehen muss ich um 5 statt um halb 7 von der arbeit los. weil es aber so viel zu tun gibt, muss ich die anderthalb stunden, die ich früher gehe vorne dran hängen und hab so heute um 8 angefangen. um die zeit ist noch keiner in der company und um um 8 da zu sein muss ich um 6 auf stehen. wenn ich mal designer bin, wirds auf jeden fall fließendere arbeitszeiten geben. oder ein dojo in der nähe. oder halt den arbeitsplatz nicht am ende der welt. naja. es ist halt eine große stadt hier.
sonst stehe ich um 8 auf und bin um 8 wieder zu hause. bekackt. aber um so mehr freut man sich eben übers wochenende. wenigstens kann man hier in der gegend abends noch etwas machen und ein bischen europäische gesellschaft tut mir auch sehr gut. loki, ist in der alten wohnung in mein zimmer umgezogen und hat mir stolz seine einrichtung gezeigt. heute morgen hat er eine winzige katze (bestimmt erst ein paar tage alt) auf dem weg in zur arbeit gefunden und mitgenommen. die katze wohnt jetzt in der company. komische chinesen. ich hab schon überlegt, ob ich mir ein paar schildkröten an den ständen auf der straße kaufen soll, aber ich weiß überhaupt nicht, wie man sich um die kümmert und die chinesen wissen bestimmt auch eher, wie man die kocht.
es soll hier auch ein restaurant geben, wo man sich lebendige krokodile zum essen aussuchen kann. und ein schlangenrestaurant steht auch noch auf dem plan. mittags ess ich jetzt immer für 10 rmb (1 euro) in einem restaurant, wo man sich dann 5 verschiedene dinge wie zum beispiel unterschiedliche tofu, viel verschiedene gemüse, diversen fisch, suspektes fleisch und sonderbare sachen aussuchen kann. dazu gibts viel reis und eine suppe. generell ist das essen hier ganz schön fettig. aber nicht im sinne fettig wie man es bei uns verstehen würde, sondern eher ölig.
weitere impressionen folgen dann wieder als bilder. von der neuen wg schick ich dann nach dem nächsten wochenende bilder, weil ich dann das ganze mal bei licht fotographieren kann.
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