Montag, 19. Oktober 2009
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so, ich bin wieder gesund. interessanter weise gibt es hier bei mcdonalds eine körpertemperaturkontrolle der angestellten. da läuft doch tatsächlich hinterm tresen eine person mit einem richt-thermometer herum, misst die körpertemperatur der bedienung und notiert diese. big ronald is watching you.

hier war letzte woche die fashion week und die international creative industry week. letzteres verbunden mit diversen design veranstaltungen und ausstellungen. im rahmen dessen war ich freitag bei der shanghai pecha kucha night. (->google: pecha kucha, powerpoint gestützte vortragsreihe mit 20 bilder für je 20 sekunden und 11 rednern) vorgetragen haben da hauptsächlich niederländische architekten und designer und ein paar chinesen. das ganze war aber sehr kurzweilig und interessant mit dem schwerpunkt öffentlicher raum. aus meinem büro ist sonst keiner mit da gewesen, aber ich hatte da nervige gesellschaft von einem kleinen dicken amerikaner, der irgendwas mit veranstaltungsorganisation in shanghai macht und einfach angefangen hat, mich zu zu texten.

samstag war ich wieder den ganzen tag im büro. die led-leute sind aus ihrer stadt nach shanghai gekommen und haben ein funktionsmodell von ihrer leuchte mitgebracht. es gab da noch viel zu diskutieren und nachdem die sich um eine stunde verspätet haben, zog sich das bis um 5 hin. das ganze ist unglaublich anstrengend, weil ich da mit 6 chinesen im meetingroom sitze und kein wort verstehe. ab und zu übersetzt mir susie, worum die diskussion gerade geht, viel fragen und diskutieren ist da unter diesen umständen nicht viel gewesen. wenn ich mich versuche in englisch auszudrücken, susie das verstehen und in chinesisch übersetzen muss und dann wieder die antworten der led-leute in englisch übersetzt, ist das fast wie stille post spielen. nicht sehr befriedigend. der howell chef hat mich jedoch nach frankfurt zu irgendeiner messe nächstes jahr eingeladen, wo er mit seiner firma ist, und ich habe den verdacht, dass ich nur stundenlang dabei sitzen muss, weil europäer bin.

ich habe dann abends einen riesen rummel verursacht, indem ich bei mir im viertel zum friseur gegangen bin. in dem laden konnte keiner englisch und irgendwie konnte es von den leuten da keiner fassen, dass ich mir die haare schneiden lassen will. ich hab dann schon überlegt, ob ich vielleicht in einem damen-friseursalon gelandet bin, weil der aufstand, verbunden mit viel gekicher und einem auflauf von leuten, für uns relativ ungewöhnlich ist. letztendlich hab ich dann aber von der etwas älteren chefin die haare geschnitten bekommen und bin somit wahrscheinlich der erste nicht-chinese, der dort seine haare gelassen hat.

nachts gings dann mit den leuten von der tongji uni in die bar rouge. leider sehr teuer, aber die aussicht über das pudong-ufer ist enorm und der stil ganz cool. das publikum dort war etwa das umgekehrte verhältnis von chinesen und ausländern im vergleich zum bild auf der straße. komisch, wie sich die einzelnen gruppen immer irgendwo anhäufen.

sonntag hab ich mit etwas ausschlafen und der suche nach normalen, billigen schwarzen t-shirts verbracht. gibt es hier nicht. dafür hab ich mir eine hose gekauft. ich überlege schon, zu h&m zu gehen und nach t-shirts zu gucken. außerdem war ich mit bill und loki in ein paar designausstellungen. unter andrem beim if-china.

ich werd mich jetzt verstärkt auf die suche nach einer wohnung im stadtzentrum machen, auch wenn das bedeutet, dass ich dann zu arbeit länger metro fahren muss, aber die stadt ist doch was ganz anderes im zentrum, als hier draußen in baoshan.

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